Strafanzeige oder Vorladung? Schweigen Sie — wir verteidigen, bundesweit.
Vorladung, Strafbefehl, Anklageschrift, Hausdurchsuchung, Trunkenheitsfahrt, Unfallflucht — wir vertreten Sie im Strafverfahren. Kostenlose Ersteinschätzung in 24 Stunden.
Strafverfahren: Ablauf, Rechte des Beschuldigten, Strafverteidiger — Kanzlei Momberger
Aktualisiert am 02.06.2026 • Henrik Momberger, Fachanwalt für Verkehrsrecht • Lesezeit: 6 Minuten
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Sie haben eine Vorladung, einen Strafbefehl oder eine Anklage erhalten. Schweigen Sie zur Sache — eigene Angaben können belasten. Gegen einen Strafbefehl müssen Sie innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. Viele Strafverfahren enden bereits außergerichtlich durch Einstellung nach §§ 153, 153a StPO. Wir verteidigen seit über 25 Jahren bundesweit im Verkehrs- und Strafrecht.
Was ist ein Strafverfahren?
Ein Strafverfahren wird eingeleitet, wenn der Verdacht einer Straftat besteht. Es teilt sich in drei Abschnitte: Ermittlungsverfahren (Staatsanwaltschaft und Polizei), Zwischenverfahren (Eröffnungsentscheidung des Gerichts) und Hauptverfahren (Hauptverhandlung). Häufig endet das Verfahren bereits vor Gericht durch Einstellung – sei es mangels Tatverdachts, wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO) oder gegen Auflagen (§ 153a StPO).
I. Ermittlungs- und Zwischenverfahren
Wie beginnt das Strafverfahren?
Das Verfahren startet, sobald Polizei oder Staatsanwaltschaft Kenntnis von einem möglichen Straftatbestand erlangt – etwa durch Strafanzeige, eigene Wahrnehmungen oder andere Behördenanzeigen. Unterschieden wird zwischen:
- Antragsdelikt – nur auf Antrag verfolgbar (z.B. Hausfriedensbruch, Beleidigung)
- Offizialdelikt – von Amts wegen zu verfolgen (z.B. fahrlässige Körperverletzung im Verkehr)
Welche Rechte habe ich als Beschuldigter?
Sie haben das Recht:
- zu den Vorwürfen zu schweigen
- einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu konsultieren
- Beweisanträge zu stellen
- Akteneinsicht über den Anwalt zu nehmen
Aus anwaltlicher Sicht ist dringend zu empfehlen, zunächst keine Stellung zur Sache zu beziehen. Eigene Angaben können Sie unbeabsichtigt belasten. Pflichtangaben beschränken sich auf die Personalien.
Wie kann das Verfahren ohne Gerichtsprozess enden?
Die Staatsanwaltschaft hat mehrere Möglichkeiten:
- Einstellung mangels Tatverdachts (§ 170 Abs. 2 StPO)
- Einstellung wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO) – bei geringer Schuld und ohne öffentliches Interesse
- Einstellung gegen Auflagen (§ 153a StPO) – z.B. Geldzahlung an gemeinnützige Einrichtung, Schadenswiedergutmachung, Täter-Opfer-Ausgleich
- Diversion im Jugendstrafrecht
- Strafbefehl – schriftliches Verfahren ohne Hauptverhandlung (Einspruch innerhalb von zwei Wochen möglich)
Welche Rolle spielt der Anwalt im Ermittlungsverfahren?
Der Strafverteidiger:
- nimmt Akteneinsicht und bewertet die Beweislage
- entwickelt eine Verteidigungsstrategie (Schweigen, Stellungnahme, Beweisangebot)
- verhandelt mit der Staatsanwaltschaft über Einstellung oder Strafbefehl
- vertritt Sie bei Vernehmungen, Hausdurchsuchungen, Festnahmen
II. Das Hauptverfahren vor Gericht
Wann beginnt das gerichtliche Verfahren?
Das gerichtliche Strafverfahren beginnt mit der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft beim zuständigen Gericht. Alternativ beginnt es, wenn Sie oder Ihr Anwalt Einspruch gegen einen Strafbefehl einlegen. Das Gericht prüft die Anklage und entscheidet im Zwischenverfahren über die Eröffnung des Hauptverfahrens.
Wie läuft die Hauptverhandlung ab?
- Aufnahme der Personalien des Angeklagten
- Verlesung der Anklageschrift durch den Staatsanwalt
- Belehrung und Gelegenheit zur Äußerung – die Aussage zur Sache ist freiwillig
- Beweisaufnahme: Zeugen, Sachverständige, Urkunden
- Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung
- Beratung und Urteilsverkündung
Die Hauptverhandlung ist grundsätzlich öffentlich. Ausnahmen gelten u.a. in Jugendsachen oder zum Schutz von Persönlichkeitsrechten.
Welche Urteile sind möglich?
Das Gericht spricht entweder frei oder verurteilt. Bei einer Verurteilung wird die Strafe (Geldstrafe in Tagessätzen oder Freiheitsstrafe, ggf. auf Bewährung) festgesetzt. Bei Verkehrsdelikten können zusätzlich Nebenfolgen wie Fahrverbot oder Entziehung der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist verhängt werden.
Welche Auswirkungen hat die Verurteilung auf den Führerschein?
Auch im Strafverfahren können bei verkehrsrechtlichen Vergehen Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen werden. Im Gegensatz zum Bußgeldverfahren werden diese nicht im Urteil ausgesprochen, sondern vom Kraftfahrt-Bundesamt eingetragen. Je nach Punktestand kann dies ein fahrerlaubnisrechtliches Verfahren nach sich ziehen (Verwarnung, Verkehrsunterricht, Anordnung einer MPU, Entzug der Fahrerlaubnis).
Welche Rechtsmittel gibt es?
Innerhalb von einer Woche ab Urteilsverkündung sind möglich:
- Berufung – komplett neue Verhandlung vor einer höheren Instanz
- Revision – Überprüfung des Urteils nur auf Rechtsfehler, ohne neue Beweisaufnahme
Die Wahl des richtigen Rechtsmittels ist eine taktische Entscheidung des Verteidigers. Rechtsschutzversicherungen müssen für den neuen Verfahrensabschnitt erneut um Deckung angefragt werden.
Häufige Fragen zum Strafverfahren
Muss ich bei der Polizei aussagen?
Nein. Sie sind verpflichtet, Ihre Personalien anzugeben, müssen sich aber nicht zur Sache äußern. Das gilt für jede Vernehmung – durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht.
Was ist ein Strafbefehl?
Ein Strafbefehl ist eine schriftliche Verurteilung ohne Hauptverhandlung – häufig zu Geldstrafen in Tagessätzen. Gegen den Strafbefehl ist innerhalb zwei Wochen ab Zustellung Einspruch möglich. Mit dem Einspruch wandelt sich das Verfahren in eine normale Hauptverhandlung um.
Wann zahlt die Rechtsschutzversicherung die Verteidigung?
Bei Fahrlässigkeitsvorwürfen in versicherten Lebensbereichen (z.B. Verkehrsstrafrecht) ist regelmäßig Deckung gegeben. Bei Vorsatzvorwürfen sind viele Versicherer leistungsfrei, können aber bei Freispruch oder Einstellung nachträglich Kostenübernahme zusagen. Klären Sie die Deckung vor Mandatsbeginn.
Wie unterscheidet sich das Strafverfahren vom Bußgeldverfahren?
Bußgeldverfahren betreffen Ordnungswidrigkeiten (geringeres Unrecht), Strafverfahren betreffen Straftaten. Ein Schuldspruch im Strafverfahren führt zu einem Eintrag im Bundeszentralregister, ein Bußgeldbescheid nicht.
Was bedeutet eine Geldstrafe in Tagessätzen?
Das Gericht legt eine Zahl von Tagessätzen (Anzahl der Tage) und die Höhe je Tagessatz (richtet sich nach Ihrem Nettoeinkommen) fest. Beispiel: 30 Tagessätze à 50 EUR = 1.500 EUR Geldstrafe.
Strafverteidiger in Düsseldorf
Wir vertreten Sie als Strafverteidiger bundesweit – vom Ermittlungsverfahren über das Hauptverfahren bis zur Revision. Schwerpunkte sind Verkehrsstrafrecht (Trunkenheitsfahrt, Unfallflucht, fahrlässige Körperverletzung) sowie allgemeines Strafrecht. Kontaktieren Sie uns frühzeitig – schon im Ermittlungsverfahren werden die wichtigsten Weichen gestellt.
Strafanzeige erhalten? Schweigen ist Ihr Recht — wir verteidigen.

Henrik Momberger - Fachanwalt für Verkehrsrecht
Inhaber der Kanzlei Momberger Rechtsanwälte in Düsseldorf. Seit über 25 Jahren spezialisiert auf Verkehrsrecht, Strafrecht und Arbeitsrecht. Acht Fachanwälte im Team. ADAC-Vertragsanwalt.
Höherweg 101, 40233 Düsseldorf • 0211 / 280 646 0 • ramom.de

