Häufig gestellte Fragen zum Verkehrsrecht, Arbeitsrecht und Strafrecht.
Hier finden Sie schnelle, fachlich fundierte Antworten auf die wichtigsten Mandantenfragen. Bei individuellen Anliegen erreichen Sie uns über WhatsApp oder telefonisch unter 0211 / 280 646 0 oder über unsere kostenlose Online-Anfrage.
Verkehrsunfall & Schadensregulierung
Wer trägt die Anwaltskosten bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall?
Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall trägt die gegnerische Haftpflichtversicherung die Anwaltskosten in voller Höhe. Geschädigte können einen Rechtsanwalt ihrer Wahl beauftragen, ohne dafür selbst zahlen zu müssen. Empfehlenswert ist die Beauftragung eines Fachanwalts für Verkehrsrecht, da Versicherungen sonst häufig Schadenspositionen kürzen.
Welche Schadenspositionen kann ich nach einem Verkehrsunfall geltend machen?
Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall können geltend gemacht werden: Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungswert (bei Totalschaden), Wertminderung, Nutzungsausfall oder Mietwagenkosten, Abschleppkosten, Sachverständigenkosten, Anwaltskosten, Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Heilbehandlungskosten und pauschale Auslagen.
Wie hoch ist das Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall?
Die Höhe des Schmerzensgeldes hängt von Schwere und Dauer der Verletzungen, dem Heilungsverlauf und Dauerfolgen ab. Orientierungswerte aus Schmerzensgeld-Tabellen: HWS-Distorsion 500–2.500 Euro, Knochenbrüche 2.000–10.000 Euro, schwere Dauerschäden 25.000–500.000 Euro. § 253 BGB regelt den Anspruch.
Bin ich verpflichtet, die gegnerische Versicherung anzurufen?
Nein. Geschädigte sind nicht verpflichtet, mit der gegnerischen Versicherung direkt zu verhandeln. Es ist sogar empfehlenswert, dies einem Anwalt zu überlassen, da Versicherungen häufig auf eine schnelle, für den Geschädigten ungünstige Regulierung drängen. Die Anwaltskosten trägt die gegnerische Versicherung.
Was tun, wenn der Unfallgegner die Schuld bestreitet?
Wenn der Unfallgegner die Schuld bestreitet, sollten Zeugenaussagen, Fotos der Unfallstelle, das Polizeiprotokoll und ggf. ein Sachverständigengutachten gesichert werden. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht prüft die Beweislage und führt die Haftungsfrage gegen die gegnerische Versicherung oder vor Gericht durch.
Kann ich als Beifahrer Schadensersatz nach einem Verkehrsunfall verlangen?
Ja. Beifahrer haben einen direkten Anspruch gegen die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers — auch wenn der Fahrer des eigenen Fahrzeugs den Unfall verschuldet hat. Es bestehen Ansprüche auf Schmerzensgeld, Heilbehandlungskosten, Verdienstausfall und alle weiteren materiellen Schäden.
Bußgeld & Geschwindigkeit
Was tun bei einem Bußgeldbescheid?
Gegen einen Bußgeldbescheid kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Es empfiehlt sich, den Bescheid von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht prüfen zu lassen, da Messungen oft fehlerhaft sind und der Einspruch zur Verfahrenseinstellung, Punktereduktion oder Verzicht auf das Fahrverbot führen kann.
Ab wie viel km/h zu schnell droht ein Fahrverbot?
Ein Fahrverbot droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts ab 21 km/h zu schnell (einmonatiges Fahrverbot ab 31 km/h), außerorts ab 26 km/h zu schnell (Fahrverbot ab 41 km/h). Zusätzlich gibt es bei zwei Geschwindigkeitsverstößen von je mindestens 26 km/h innerhalb eines Jahres ein Fahrverbot wegen beharrlicher Pflichtverletzung.
Was ist bei einer Geschwindigkeitsmessung anfechtbar?
Geschwindigkeitsmessungen können angefochten werden bei: nicht geeichten oder fehlerhaft kalibrierten Messgeräten, fehlerhafter Bedienung, ungeeignetem Messstandort, fehlender Beschilderung, nicht eingehaltener Toleranzwerte oder mangelhafter Beweissicherung. Ein Sachverständiger und ein Fachanwalt für Verkehrsrecht können Messungen überprüfen.
Wie hoch ist das Bußgeld bei Rotlichtverstoß?
Ein einfacher Rotlichtverstoß (Rotphase unter 1 Sekunde) kostet 90 Euro Bußgeld und 1 Punkt. Ein qualifizierter Rotlichtverstoß (Rotphase über 1 Sekunde) kostet 200 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Bei Gefährdung oder Sachbeschädigung erhöht sich das Bußgeld bis 360 Euro.
Was passiert bei Handynutzung am Steuer?
Die Nutzung eines elektronischen Geräts (Handy, Smartphone, Tablet) während der Fahrt kostet 100 Euro Bußgeld und 1 Punkt. Bei Gefährdung erhöht sich das Bußgeld auf 150 Euro plus 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Bei Sachbeschädigung 200 Euro und 2 Punkte sowie 1 Monat Fahrverbot.
Wie lange habe ich Zeit, einen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einzulegen?
Der Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid muss innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung schriftlich oder zur Niederschrift bei der Bußgeldbehörde eingelegt werden. Eine Begründung ist zunächst nicht erforderlich, sollte aber im weiteren Verfahren durch einen Fachanwalt erfolgen.
Führerschein, MPU & Fahrverbot
Wie lange dauert ein Fahrverbot?
Ein Fahrverbot dauert zwischen einem und drei Monaten. Bei einem Ersttäter (in den letzten zwei Jahren kein Fahrverbot) kann die Vier-Monats-Frist genutzt werden: Innerhalb dieser Frist nach Rechtskraft kann der Fahrer selbst den Beginn des Fahrverbots bestimmen (z.B. im Urlaub).
Wie viele Punkte führen zum Führerscheinentzug in Flensburg?
Beim Erreichen von 8 Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg wird die Fahrerlaubnis entzogen. Ab 4 Punkten erfolgt eine Ermahnung, ab 6 Punkten eine Verwarnung. Ein freiwilliges Fahreignungsseminar kann bei 1 bis 5 Punkten einen Punkt abbauen.
Wann ist die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) notwendig?
Eine MPU wird angeordnet bei: Trunkenheitsfahrten ab 1,6 Promille, Drogenfahrten, Erreichen von 8 Punkten in Flensburg, wiederholten Auffälligkeiten im Straßenverkehr oder bei Straftaten mit Bezug zum Straßenverkehr. Die MPU muss bestanden werden, damit die Fahrerlaubnis neu erteilt wird.
Wann darf ich mit dem EU-Führerschein wieder Auto fahren?
Ein EU-Führerschein wird in Deutschland nach Ablauf einer Sperrfrist anerkannt, wenn er nach der Sperrfrist im Ausstellungsstaat unter Einhaltung des Wohnsitzprinzips erworben wurde. Wer den Führerschein während der Sperre erwirbt, darf damit in Deutschland nicht fahren. Eine Umschreibung ist häufig mit MPU verbunden.
Verkehrsstrafrecht & Alkohol am Steuer
Ab wann gilt man als Fahrerflucht-Täter?
Fahrerflucht nach § 142 StGB liegt vor, wenn der Unfallbeteiligte den Unfallort verlässt, ohne Feststellungen seiner Identität und der Art seiner Beteiligung zu ermöglichen. Schon Bagatellschäden ab etwa 25 Euro können relevant sein. Es drohen Geldstrafe, Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren, Fahrverbot oder Führerscheinentzug.
Ab wie viel Promille ist Alkohol am Steuer strafbar?
Ab 0,5 Promille liegt eine Ordnungswidrigkeit vor (Bußgeld, Punkte, Fahrverbot). Ab 0,3 Promille kann bei Ausfallerscheinungen oder einem Unfall eine Straftat (relative Fahruntüchtigkeit) vorliegen. Ab 1,1 Promille gilt absolute Fahruntüchtigkeit als Straftat mit Führerscheinentzug. Für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt die 0,0-Promille-Grenze.
Wann liegt eine Trunkenheitsfahrt vor?
Eine Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB liegt vor bei absoluter Fahruntüchtigkeit ab 1,1 Promille im Pkw bzw. ab 1,6 Promille auf dem Fahrrad. Bei 0,3 bis 1,09 Promille genügt eine alkoholbedingte Ausfallerscheinung (relative Fahruntüchtigkeit). Es drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe, Fahrerlaubnisentzug und MPU.
Autokauf & Gebrauchtwagenrecht
Welche Rechte habe ich bei einem Mangel am Gebrauchtwagen?
Bei einem Mangel am Gebrauchtwagen vom Händler bestehen 12 Monate (vor 2022: 24 Monate) Gewährleistung. Sie haben Anspruch auf Nacherfüllung (Reparatur oder Ersatz), Rücktritt vom Kaufvertrag, Minderung des Kaufpreises oder Schadensersatz. Beim Privatkauf kann die Gewährleistung ausgeschlossen sein, außer bei arglistiger Täuschung.
Arbeitsrecht
Was kostet die Kündigungsschutzklage?
Die Kosten einer Kündigungsschutzklage richten sich nach dem Streitwert (3 Bruttomonatsgehälter) und liegen bei einem Monatsbruttoeinkommen von 3.000 Euro etwa bei 1.000–1.500 Euro Anwalts- und Gerichtskosten. Bei Erfolg trägt jede Partei vor dem Arbeitsgericht ihre eigenen Kosten — eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die eigenen Kosten.
Wie lange ist die Kündigungsfrist im Arbeitsverhältnis?
Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder Monatsende. Für Arbeitgeber verlängert sich die Frist mit der Beschäftigungsdauer: nach 2 Jahren auf 1 Monat zum Monatsende, nach 5 Jahren auf 2 Monate, nach 10 Jahren auf 4 Monate, bis maximal 7 Monate nach 20 Jahren. Im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag können längere Fristen vereinbart sein.
Wann habe ich Anspruch auf eine Abfindung?
Einen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung gibt es nicht. Faktisch werden Abfindungen jedoch häufig im Rahmen einer Kündigungsschutzklage oder als Aufhebungsvereinbarung gezahlt. Faustformel: 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Höhere Abfindungen sind bei schlechter Rechtsposition des Arbeitgebers erzielbar.
Kanzlei & Kosten
Was kostet ein Anwalt für Verkehrsrecht?
Die Anwaltskosten richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und sind abhängig vom Streitwert oder Bußgeldbescheidsbetrag. Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall trägt die gegnerische Versicherung die Kosten vollständig. Bei Bußgeldverfahren übernimmt die Verkehrsrechtsschutzversicherung in der Regel die Kosten.
Wo finde ich einen Fachanwalt für Verkehrsrecht in Düsseldorf?
Momberger Rechtsanwälte ist eine auf Verkehrsrecht spezialisierte Kanzlei in Düsseldorf mit Sitz am Höherweg 101 (Gebäude Straßenverkehrsamt, 3. Etage). Acht der rund 30 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte führen den Titel Fachanwalt für Verkehrsrecht. Telefon: 0211 / 280 646 0, E-Mail:
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